Jeder Hundebesitzer glaubt, er tut das beste für seinen Welpen. Aber leider wird bei der Welpenerziehung fast überall vieles falsch gemacht. Der Welpe wird nur nach unseren menschlichen Maßstäben erzogen:

  • Zu frühes Training
  • Zu menschenbezogene Verhaltensregeln
  • Keine Strukturen...

Das irritiert Welpen, denn sie suchen vor allem soziale Sicherheit in ihrem neuen Rudel. Wusstest du, dass Welpen fast sechs Monate brauchen, um richtig in ihren neuen Familien heimisch zu werden?

Schau dir die häufigsten Fehler im Video einmal an. Machst du die auch?

 

Welpenkurse sind oft kontraproduktiv

Eine Welpenschule, kaum dass er eingezogen ist, braucht dein neuer Welpe wirklich nicht. Denn 'Sitz' oder 'Platz' auf Kommando zu machen, muss ein Welpe nicht als erstes lernen. Viel wichtiger wäre, dass DU selber alles richtig machst. Ein Welpe hat viele, viele Fragen, die DU ihm beantworten musst: "Wer beschützt mich?", "Wie unterscheide ich Futter von Müll?", "Was tue ich gegen aufdringliche Artgenossen?", "Wo kann ich mein Häufchen machen?", "Werden die Wellen der Ostsee mir wehtun?"

Eigentlich sollte ein Welpenkurs die Hundebesitzer schulen, wie man einen Welpen ins Leben einführt und durch unsere Welt begleitet...statt ihn mit erhobenem Zeigefinger zu 'erziehen'. Denn, wohin wollen die Menschen ihn denn ziehen?
Und: Wir alle wissen ja mittlerweile, dass ein Hund mit einem 'Kommando' sowieso nicht in den Griff zu bekommen ist. Im Stress, wenn er eine Katze sieht, oder einen Jogger jagt, hört er dich nicht mehr! Um einen Hund zu führen, braucht es etwas mehr, als 'Sitz', 'Fuß' oder 'Hierher' zu rufen. Es erfordert sensibles Einfühlungsvermögen und ganz viel Empathie für die fragile Seele eines anderen Lebewesen.

Brauchen Welpen Artgenossen?

Nein, nicht wirklich. Seine eigenen Geschwister wären vorteilhaft. Oder ein(!) anderer Welpe im gleichen Alter, der ausgeglichen und friedlich ist. Wenn alles stimmt, beschnuppern sie sich kurz, tauschen ein paar Signale aus und gehen dann wieder jeder zu seinem Besitzer. Denn Hunde bleiben immer im eigenen Rudel.
Der spätere Umgang mit Artgenossen wird nicht von vielen Treffen mit anderen Hunden beeinflußt! Wie dein Welpe später mit Artgenossen umgeht, hängt davon ab, wie sicher er sich bei dir fühlt und wie tief seine Bindung zu dir ist.

Wenn er dir voll vertraut, dann wird er sich immer an dich wenden, sobald er Artgenossen sieht. Er wird DIR die Entscheidung überlassen und sicher sein, dass du die beste Lösung für ihn hast. Wollen wir den anderen treffen, oder nicht? Denn in der Natur haben fremde Rudel keinen Kontakt zueinander. Wenn dein Welpe dir vertraut, wird er niemals einfach auf andere losgehen. Das tut er  nur, wenn er sich von dir nicht beschützt fühlt. Mit dem Vor-Preschen will er seine eigene Unsicherheit überdecken! Du musst also Konflikte und stressige Momente von ihm fernhalten und für ihn regeln. Das erwartet dein Welpe von dir. Seine Mutter würde das nämlich für ihn tun!

Welpenerziehung, für den besten Start ins LebenInteressante Beobachtung in Welpenschulen:

Sehr viele Welpen wollen, ganz naturgemäß, keinen Umgang mit fremden Hunden! Nur, wenn er sich bei dir nicht sicher fühlt (weil du ihn einfach machen lässt und ihn damit in die Verantwortung schickst), wird er seinen Stress und seine Unsicherheit an anderen Artgenossen auslassen und sich wie wild benehmen! Denn er weiss sehr schnell, dass du ihn nicht beschützen wirst.

Aber, Welpen sollen das doch unter sich ausmachen

Das ist das schlimmste, was du deinem Welpen antun kannst! Zeige mir eine Tiermutter, die ihr Junges in den Kampf schickt. Die ihr Junges nach vorne läßt, um Situationen zu regeln. Niemals! Sowas ist in der Natur undenkbar! Bei Hunden ist die Entwicklung mit ca. 2 Jahren abgeschlossen. In diesem Alter haben sie den Alten alles abgeschaut und nachgemacht, was sie für ein eigenes Leben benötigen. Mit 2 Jahren haben sie genug Erfahrung, sind bereit sich zu lösen und ihre eigenen Rudel zu gründen.

Nur Menschen schicken einen 3, 6 oder 8 Monate jungen Welpen nach vorne, um Situationen selber zu regeln. Wie fies ist das denn? Würdest du von deinem 6 oder 8 jährigen Kind verlangen, den Streit mit euren Nachbarn zu regeln? Falls nicht, dann verlange sowas auch nicht von deinem Welpen. Er könnte dir das übel nehmen und dich für einen feigen Versager halten...

 

 

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