strassenhund welpe in baliAls ich in Bali meinen ersten Strassenhund adoptiert habe, ahnte ich nicht, wie sehr das mein Leben verändern würde. Nach Willi nahm ich noch sieben andere Hunde in mein Haus auf. Ich habe sie versorgt, trainiert und hoffentlich glücklich gemacht.

Mein jüngster Fundwelpe war höchstens drei Tage alt. Sie hat sich an den Rand eines Wassergrabens festgeklammert und fürchterlich geschrien. Wir haben sie da rausgeholt und mitgenommen. Aber die Kleine war nicht in der Lage aus der Flasche zu trinken, sie hatte also kaum Überlebenschancen. Es war ein großes Glück, dass die Hündin einer Freundin gerade geworfen hatte. Wir haben ihr die Kleine untergeschoben. Erst wollte sie den Welpen totbeissen, aber nach über einer Stunde hat sie den fremden Welpen endlich angenommen und bei sich ans Gesäuge gelassen. Meine Freundin hat sie dann bei sich behalten, die kleine Bella wurde eine stattliche Hündin.

Mehr als acht Strassenhunde ging nicht

Ich stiess mit meiner Hilfsbereitschaft bald an meine Grenzen. Mir wurde schnell klar, dass ich nicht alle Strassenhunde retten konnte. Es waren einfach zu viele. Überall waren Welpen am Strassenrand zu finden. Sie taten mir alle so leid, und ich konnte sie nicht liegenlassen.
Aber mehr als acht Hunde konnte ich auch nicht bei mir aufnehmen. Es war für meine Angestellten zu viel, mit all den Hunden spazieren zu gehen, sie sauber zu halten und sie zu versorgen. Besonders in Zeiten, wenn ich selber in Deutschland war. Ich musste mich also schweren Herzens von vier der Hunde trennen. Sie fanden gute Familien und ich hatte bis zum Schluß Verbindung zu ihnen.

Nun begann mein Tierschutz am Strand

Strassenhund Mama-Gus mit WelpeAb sofort habe ich alle Strassenhunde dort versorgt, wo sie sich aufhielten. Die meisten lebten am Strand, andere in der Nähe belebter Tempel oder großer Hotels. Zusammen mit ein paar Freunden habe ich sie gefüttert, ihre Wunden versorgt und ihr Vertrauen gewonnen. Die Tierärzte kamen zum Strand oder haben die Hunde fast kostenlos behandelt und sterilisiert. Aufgrund des Nährstoffmangels waren viele Hunde in erbärmlichen Zustand. Besonders die Weibchen. Denn die wollen die Balinesen nicht. Sie verjagen sie und lassen sie einfach verhungern.

Manche der älteren Hunde waren auch gar nicht zu integrieren. Sie brauchten das freie Leben am Strand. 'Mama Gus' lebte vor dem KuDeTa und stahl den Touristen Kekse aus den Taschen. 'Fleck' streunerte vor dem Resort Seminyak herum und hat alle Spaziergänger mit seinem Charme bezirzt. Dafür wurde er natürlich mit Futter und Streicheleinheiten belohnt. Und 'Oberoi' lebte vor dem Oberoi Hotel, wo sie stundenlang die Sicherheitskräfte anbellte und zurechtwies. Jeder dieser Strassenhund hatte seine eigene liebenswerte Persönlichkeit. Unmöglich, sie jemals zu vergessen...

Bali ist kein Paradies für Tiere

In Reiseführern wird Bali oft als herrliches Paradies beschrieben. Für Tiere ist es leider die Hölle. Welpen werden als Zielscheibe benutzt um Katapult-Schiessen zu lernen. Andere werden an einem Bein aufgehangen um zu sehen, wie laut sie schreien. Oder sie werden einfach ins Meer geworfen. Wenn sie kräftig genug sind, finden sie zurück ans Ufer... Was so gut wie unmöglich ist, bei der starken Unterwasser-Strömung vor Bali. Ich wollte den Strassenhunden unbedingt helfen, aber wie?

Meine Hundeschule wurde die Verbindung zu den Menschen

kids baliAll diese Zustände haben mich entsetzt und ich konnte nicht glauben, dass es so etwas noch gibt. Dann, 2002 ergab es sich, dass ich auf Bali mein Hundezentrum eröffnete. Ich nannte es Doggie's Paradise, hier sollte es allen Hunden gut gehen.

Da ich mich bald als die 'deutsche Hundeexpertin' etablierte, bekam ich auch Zugang zu den Menschen. Ich erklärte ihnen, welche Vorteile es brachte, wenn sie ihre Hunde besser ernährten und behandelten. Denn ein gesunder Hund kann viel lauter und motivierter bellen, sobald jemand das Grundstück betritt. Er kann auch Einbrecher viel besser verjagen und seine Besitzer besser verteidigen...

Ich arbeitete in Schulen, um den Kindern die guten Seiten der Hunde nahezubringen und Verständnis für die Strassenhunde zu wecken. Security Firmen baten mich, ihre Mitarbeiter im Umgang mit Hunden zu schulen. Und schliesslich habe ich selber Hundetrainer ausgebildet. Wir Ausländer hatten auf manche Balinesen einen wirklich positiven Einfluss. Wenn es auch zu Beginn für viele sehr befremdlich war, dass wir unsere Hunde in den Arm nahmen, mit ihnen spazieren gingen und sie sogar mit Medikamenten behandelten.

Die Genetik der Strassenhunde von Bali ist aussergewöhnlich

strassenhund in Bali vor reisfeldEin Freund, Dr. Lawrence Blair, hat in seinem Film 'Bali-Island of the dogs' die Einzigartigkeit der balinesischen Strassenhunde dokumentiert. Denn in ihnen ist heute die Genetik des Ur-Hundes am identischsten und in reinster Form erhalten. Der Ursprung der Bali-Hunde geht über 5000 Jahre zurück.

Trotzdem wurde der Bestand der Strassenhunde drastisch dezimiert. Diese kranken, oft schäbigen Tiere passten nicht ins Bild vom Urlaubsparadies. Die Regierung läßt diese wunderbaren Tiere seit Jahren systematisch vergiften. Bereits mehr als 500000 Tiere wurden umgebracht, auf der Insel der Götter. Ich hoffe, dass das Morden bald ein Ende hat und uns diese wunderbaren Tiere erhalten bleiben.

Die Priester und Heiler billigen das Abschlachten nicht. Denn Hunde haben in der balinesischen Religion einen sehr hohen Stellenwert. Ist es Zufall, dass das Wort 'god' rückwärts gelesen 'dog' bedeutet? Wenn es in Bali wirklich Götter gibt, dann werden sie die Hunde beschützen und den Menschen ihren Groll senden. In Bali sind viele Phänomene möglich, die wir Menschen uns nicht erklären können. Ich weiss das, denn ich habe es erlebt.

Diesen Beitrag widme ich meinen Hunden Willi, Chicco, Dana, Bonnie, Mini, Poppi und allen Strassenhunden in Bali, denen ich so viel verdanke: Mama Gus, Oberoi, Freddie, Fleck, Ginger, No Name, Snowy, Momo, Blanca, Tina, Punkey, Kelly, Bär, Tashi, Doris...und all den namenlosen Strassenhunden denen ich in Bali helfen durfte

Durch sie habe ich begriffen, dass es nicht Training ist, was einen Hund gut macht, sondern Respekt und Vertrauen. Denn, wenn uns ein Hund nicht vertraut, können wir ihn jahrelang trainieren - er wird uns nicht folgen. Wenn wir uns aber die Mühe machen und sein Vertrauen erringen, dann läßt er uns Teil seines Rudels werden und folgt uns blind, bis ans Ende der Welt.

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Ja, will ich haben

 

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