Aggressiver Rocky, ein Strassenhund aus Tschechien

aggressiver Strassenhund aus dem tierheimRocky, ca 3 Jahre alt landete aufgrund seiner Aggressionen in einem Tierheim in Deutschland. Aber die Angestellten sahen seine guten Seiten und baten mich darum, Rocky zu erziehen, damit er vermittelbar war.

Da ich Hunde ja nicht erziehe, sondern rehabilitiere, hatte ich auch bei Rocky ein gutes Gefühl. Aggressionen beim Hund sind immer das Ergebnis eines emotionalen Problemes, einer Unsicherheit oder Angst. Also bin ich ins Tierheim gefahren, um diesen aggressiven Strassenhund kennenzulernen.

Ich war erstaunt, wie verständnisvoll die Mitarbeiter mit ihm umgingen, obwohl Rocky extrem aggressiv reagierte. Er lies nur zwei Menschen an sich heran. Aber selbst diese beiden konnten ihn so gut wie nicht anfassen. Seine Aggression explodierte bei jeder Berührung. Ich hatte wirklich Hochachtung vor diesen zwei Mädels, die bei seiner Erziehung halfen. Also begannen wir gemeinsam, Rocky zu rehabilitieren...

Ohne Maulkorb und Schutzkleidung geht nichts bei aggressiven Hunden

Aufgrund der hohen Aggressionen konnten wir natürlich nicht einfach mit diesem Strassenhund arbeiten. Er war bereits an den Maulkorb gewöhnt, das half uns enorm. Wir selber trugen dicke Handschuhe und ich hatte vorsichtshalber meine wattierte Schutzhose dabei.

Ich sah schnell, dass sein aggressives Verhalten nicht bösartig war, sondern auf Unsicherheit beruhte. Dieser Strassenhund hatte das Vertrauen zu Menschen wohl komplett verloren. Warum, das wissen wir nicht. Es ist auch nicht wirklich wichtig, denn Hunde leben im hier und jetzt. Hier und jetzt mußten wir sein Selbstvertrauen stärken, damit er künftig wieder Vertrauen geben kann.

Mit Laufen begannen wir, sein aggressives Verhalten zu reduzieren

Zuerst mußte Rocky sich an die Nähe des Menschen gewöhnen. Laufübungen waren dazu am besten geeignet. Zu Beginn wehrte er sich, wie fast alle Strassenhune, mit dem Menschen zu gehen. Er blockierte, blieb stehen und zog ständig zur Seite weg. Aber durch unsere Beharrlichkeit und klare Führung passte er sich schnell an.

Während des Laufens gewöhnten wir ihn dann an Berührungen. Dazu benutzten wir einen Handfeger, der teilweise mit einem weichen Tuch umwickelt war um Rocky nicht unnötig zu erschrecken. Das ließ er sich erstaunlich gut gefallen. Bald schaute er nicht mal mehr herum, was da seinen Körper berührte.

Leckerlies für einen aggressiven Strassenhund?

Eine andere Form der Annäherung und des Kontaktes ist, wenn Hunde Leckerlies bekommen. Auch das kann von aggressiven Hunden erst einmal als Angriff gesehen werden. Strassenhunde sind oft gar nicht gut auf solche frontalen Annäherungen zu sprechen. Sie deuten es als Bedrohung. Also mußten wir Rocky daran gewöhnen, dass eine Hand, die sich nähert, keine Gefahr darstellt.

Er bekam Leckerlies und Futter auf Gegenständen (Handschippe) geboten und auch direkt aus der Hand. Natürlich immer unter Vorsicht und mit zuverlässigem Handschutz. Wir durften kein Risiko eingehen, Rocky sollte nicht durch unsere Unvorsichtigkeit in alte, aggressive Verhaltensmuster zurückfallen. Es funktionierte, also gingen wir den nächsten Schritt.

Die beste Therapie für den aggressiven Strassenhund - ist Spielen

Wenn Hunde aggressiv reagieren, passiert das reflexartig. Also mit Reaktionen, die vom Gehirn ausgelöst werden. Meist sind das Flucht oder Angriff. Mein Ziel war, dass Rocky wieder lernte, aus dem Bauch heraus zu reagieren, um seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Genauer gesagt, seine positiven Emotionen wie Freude und Spass einfach fliessen zu lassen.

Damit haben wir seine Angespanntheit tatsächlich gelockert. Er spielte sofort mit, tobte und vergass sein Ängste. Das war der Durchbruch für ihn. Der aggressive Strassenhund Rocky wurde immer mehr zum normalen, sozial verträglichen Hund. Jetzt bestand Hoffnung, dass er eine gute Chance hatte, in eine Familie vermittelt zu werden.

Endlich konnten wir seinen Maulkorb entfernen

Nachdem wir seinen Spieltrieb angeregt hatten, war alles andere sehr einfach. Rocky konnte sich entspannen, liess direkten Körperkontakt zu, suchte sogar Körperkontakt zu den Mitarbeitern. Sie konnten ihn am Hals graulen, was vorher überhaupt nicht denkbar war. Der Hals ist die Tötungszone. Kaum ein Tier will hier gerne berührt werden.

Nun war es endlich soweit, Rocky mit Entspannungsmassagen komplett runterzufahren. Er liess sich auch das gefallen und sein Nervenkostüm konnte sich beruhigen. Es gab schon bald ein Ehepaar, dass sich für Rocky interessierte. Normal, er ist ja auch ein hübscher kleiner Kerl.

Training und letzte Schritte zusammen mit den neuen Besitzern

Bei meinem letzten Besuch, waren die neuen Besitzer mit anwesend. Rocky hat seine Familie gefunden. Wir haben alle Übungen nochmal gemeinsam gemacht. Zusätzlich haben wir Alltagssitutionen durchgespielt und geübt, damit Rocky sich schnell an das Leben mit seinen neuen Menschen und das neue Umfeld gewöhnen konnte. Alles hat hervorragend geklappt.

Sogar das gemeinsame Laufen hat dem wilden Strassenhund jetzt Spass gemacht. Bereitwillig hat er sich seiner neuen Besitzerin angepasst und ist einfach mitgelaufen. Keine Spur mehr von aggressivem Verhalten, Ablehnung oder Stress. Rocky war entspannt und freundlich geworden. Dank der Mitarbeiter dieses Tieheims, die seinen guten Charakter von Anfang an gesehen und an Rocky geglaubt haben.

Mitschnitte der Rehabilitation siehst du hier:

 

 

 

Rocky hatte Glück. Er musste sein Leben nicht im Tierheim fristen, weil niemand einen aggressiven Strassenhund haben möchte. Wie er, haben alle Strassenhunde eine Chance verdient. Denn Aggressionen sind heilbar und aggressives Verhalten bei Strassenhunden muss kein lebenslanger Zustand bleiben.

Wir Menschen verursachen diese grauenvollen Ängste und Aggressionen bei Tieren, nicht nur bei Strassenhunden. Also ist es auch unsere Pflicht, ihnen wieder heraus zu helfen - in ein lebenswertes Hundeleben zusammen mit freundlichen, mitfühlenden Menschen.

Wenn du Hilfe mit einem Strassenhund brauchst, ruf mich einfach unverbindlich an:

0375-3608 4646

 

"Ausbildung zum Therapie-Begleit-Team" für Sie und Ihren Hund.

Wir verwenden Cookies auf unserer Website. Ausserdem binden wir Inhalte von Drittanbietern (YouTube etc.) ein, die damit deine IP erhalten. Durch die Nutzung unserer Webseite akzeptierst du die Einbindung von Cookies und unsere Datenschutzrichtlinien.